Schweizer Möbelmanufakturen Dem Wahren, Schönen, Nachhaltigen

 


Im Original: «Dem Wahren, Schönen, Guten». Goethe nannte diese drei Werte noch problemlos in einem Atemzug – und meinte es auch so. Anzustreben war das zugleich Wahre, Schöne und Gute, um zu einer höheren Qualität zu gelangen. In unserer auf Effizienz getrimmten, grenzenlosen, digitalisierten Welt definieren wir gut längst als schnell und günstig. Über Schönheit will man nicht mehr streiten und das Wahre nicht mal mehr erhoffen.
Doch es gibt auch Architekten, Designer, Produzenten, die sich leidenschaftlich gegen diese Trends stellen. Sie entwickeln neue Qualitäten, die sie zunehmend mit wiederentdecktem Handwerk verwirklichen. Das zu sehen macht Freude. Diese neue Philosophie des Zusammenspiels von nachhaltigen Materialien und uralter Handwerkskunst zeigt, dass die Idee der klassizistischen Weltanschauung bis heute ihre Anziehungskraft nicht verloren hat.
Dass wir auf dem Weg zu einer erstrebenswerten Balance sind, zeigen auch Joan Billing und Samuel Eberli auf. Sie haben für uns die Sehnsucht nach wesentlichen Werten, nach echten Produkten genauer betrachtet. Denn sie sind Sinnbilder der Beständigkeit, in der Design, Handwerk, Kunst und Kultur zu fantastischen Perspektiven verschmelzen. Weiter verrät Thomas Wachter, Präsident der Vereinigung Schweizer Innenarchitekten (VSI.ASAI.), im Interview, was es mit der Aussage auf sich hat, dass Design unsichtbar sei, und erklärt, was das mit Nachhaltigkeit zu tun hat. Philipp Kuntze ist Gründer der Organisation World Crafts, diese stärkt und fördert alte und neue Handwerke aus der ganzen Welt und engagiert sich für die Erhaltung und Weiterentwicklung des Handwerks. Er zeigt auf, wie sich das Schweizer Handwerk entwickelt hat, welche Auswirkungen zu sehen sind und welchen Mehrwert traditionelles Handwerk für unsere Designer und Möbelhersteller hat.
Nachdem wir uns in den letzten Monaten aus diesem speziellen Blickwinkel mit den wunderbaren Schweizer Manufakturen und den aktuellen Trends in der Wohnkultur auseinandergesetzt haben, ist bei mir persönlich eine ganz neue Frage entstanden. Heisst, der Zeit immer ein bisschen voraus zu sein, nicht, sie auch zu bewahren?