Brescia Wo die Monaden wohnen

Purismus war im Zeitalter des Barocks ein Fremdwort. In der Baukunst entwickelte sich der barocke Baustil ganz allmählich aus der Spätrenaissance heraus – überhaupt sind Epochen als klar definierte Zeitabschnitte eine Fiktion. Die Realität ist selten eindimensional. Allerdings spielt gerade der Barock mit der Aufhebung von Grenzen, sieht die Künste als eine Einheit mit vielen Facetten. Der Philosoph Gilles Deleuze brachte das barocke Denken mit dem Begriff des «pli» (Falte) auf den Punkt. Der historische Palazzo in Brescia ist ein Paradebeispiel für diese Vielfalt. Hier werden unbekümmert Genres und Stile gemischt. Dies führt nicht nur die Architektur selber vor, die mit ihren barocken Trompe-l’Œil-Deckenmalereien die typischen Elemente der Renaissance übersteigert, sondern auch die Inneneinrichtung der Hausherrin, der Innenarchitektin Bruna Artioli. Bei der Renovation und Ausgestaltung des Hauses aus Familienbesitz hat sie das Kunststück zustande gebracht, die historischen Elemente zu betonen und sie zugleich in die Jetztzeit zu überführen. Das Haus besitzt alle Annehmlichkeiten einer modernen Behausung, ohne dass dabei drastische Eingriffe in die historische Bausubstanz nötig gewesen wären. Dabei bildet vor allem die neuste Intervention den ganzen Stolz der Hausbesitzerin: Eine farbige Wandinstallation des italienischen Künstlers Paolo Gonzato, die später von ihm durch ein passendes Sideboard ergänzt wurde. Bruna Artioli lernte den Künstler durch die Zusammenarbeit mit einer Galeristin kennen, die ihre Leidenschaft für moderne Kunst geweckt hatte. «Als Paolo den Salon mit den Deckenmalereien sah, fühlte er sich sogleich angesprochen. Die bestehenden, doch recht imposanten Fresken schreckten ihn überhaupt nicht ab. Im Gegenteil: Er konnte mit seiner eigenen Kunstform bestens daran anknüpfen», erzählt die Auftraggeberin, die ihm – abgesehen vom Standort des Kunstwerks – absolute Freiheit liess.

Den vollständigen Artikel finden Sie in der Ausgabe 03/2015 der Zeitschrift DAS IDEALE HEIM.