Berlin Tautes Heim Glück allein

Das von seinen Eigentümern «Tautes Heim» getaufte Haus im Süden Berlins ist Architektur- und Designgeschichte zum Anfassen. Hier können Besucher eine kleine Zeitreise unternehmen, sich für einige Tage einmieten und in die Bau-Avantgarde der 1920er-Jahre eintauchen. Ein innovatives Ausstellungskonzept, das Gäste und Fachleute gleichermassen begeistert und dem Projekt bereits mehrere Auszeichnungen bescherte. Der Name des nach Museumsstandards möblierten Hauses ist Programm. Er spielt an auf den Architekten Bruno Taut, der mit seinen Siedlungsbauten Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts weltweit Massstäbe setzte, bevor er, von den Nationalsozialisten verfolgt, ins Exil nach Japan und in die Türkei ging. Besonders die zwischen 1925 und 1930 nach seinen Entwürfen errichtete «Hufeisensiedlung», zu der das «Taute Heim» gehört, gilt heute international als Schlüsselwerk des reformorientierten städtischen Wohnungsbaus und ist ein beliebtes Studienobjekt und Reiseziel für Architekten, Städteplaner und Freunde moderner Baukunst. Ihre Mischung aus sensibel gruppierten, zum Teil dörflich idyllisch wirkenden Reihenhäusern und klassisch modern anmutenden Wohnblocks, lädt zum ausgedehnten Flanieren ein.
Zum Markenzeichen des Architekten jedoch wurden vor allem seine klug und funktional geplanten Grundrisse sowie die expressive Farbgebung. Wie gut man hinter den in Gelb, Blau, Rot und Weiss leuchtenden Fassaden auch wohnen kann, bleibt dem «normalen» Besucher jedoch im wahrsten Sinne verschlossen. Für alle architekturinteressierte Touristen gibt es jetzt aber einen Ort, wo sie die hohe Wohnqualität, die kräftigen Innenraumfarben und typische Ausstattungselemente dieser Ikone des Stadtbaus individuell erleben können.

Den vollständigen Artikel finden Sie in der Ausgabe 03/2015 der Zeitschrift DAS IDEALE HEIM.